Team Member: Alexander

 
 

Grüß Dich, ich heiße Alexander, bin 23 Jahre alt und habe im Studienjahr 2017-18 das Team von Project Access Austria in Österreich geleitet. Wie ich dazu gekommen bin, warum mich Project Access begeistert und warum ich mich als Absolvent einer Schule mit Technik-Fokus im schönen Salzburgerland für das Philosophy, Politics & Economics (BA) Studium am King’s College London entschieden habe, erzähle ich Dir hier.

Mein Weg zum richtigen Studium

IMG_1063.jpg

Im Sommer 2014, nach Abschluss der Matura und einer entsprechend ausgelassenen Feier derselben, stand ich vor einer schwierigen Herausforderung. Ich hatte zuvor neun Jahre (!) an einem Gymnasium mit Handwerksausbildung (Werkschulheim Felbertal) verbracht, stand kurz vor dem Antritt meines Zivildienstes, hatte jedoch noch keine Idee, was danach mit mir geschehen würde. In den meisten Schulfächern war ich relativ erfolgreich gewesen, ich hatte mich seit Jahren schulpolitisch engagiert und hatte eine Reihe von Projekten und Events gemeinsam mit Schulkollegen erfolgreich organisiert. Diese Tätigkeiten hatten mir eine große Freude bereitet, doch wusste ich, dass das Studienleben anders ablaufen würde, und ich eine Entscheidung treffen müsste - womöglich eine der signifikantesten meines Lebens: Was und wo soll ich studieren? Und vor allem: Wie trifft man eine derartige Entscheidung?

Mein erster Versuch lag im Besprechen dieser Problemsituation mit Verwandten und Bekannten. Während viele meiner Verwandten (zum Glück) den besten Ratschlag gaben, nämlich keinen, und mich damit nicht in die Illusion verfallen ließen, mir diese Entscheidung abnehmen zu können, waren meine Freunde teilweise selbst mit dieser Entscheidungssituation überfordert. Doch ich sollte Glück haben. Eine Schulkameradin hatte sich selbst schon frühzeitig Gedanken gemacht und erklärte mir, wie sie sich für ein Studium in Großbritannien erfolgreich beworben hatte. Dies eröffnete den Blick auf eine weitreichendere Möglichkeiten-Landschaft für mich, und so begann ich zu recherchieren. Kurz darauf war ich von dem vielseitigen Studienangebot in Großbritannien begeistert und erfuhr, dass viele britische Universitäten deren Studenten und Studentinnen wesentlich intensiver betreuen, als das in Österreich der Fall ist, und zudem den direkten Zugang zu international renommierten Professorinnen und Professoren bieten.

Die Wahl des Studienfaches fiel mir sogleich leichter! Zwar konnte ich mein Interesse für Handwerk nicht mehr im gleichen Maße weiterverfolgen, jedoch gab es da ein Studienfach im (im vergleich zu Österreich wesentlich umfangreicheren) Studienangebot britischer Unis, das sämtliche meiner außerschulischen Interessen und Aktivitäten abzudecken schien. Mein Interesse für gesellschaftliche Veränderung durch politische Aktion, mein Tätigkeitstrieb zu unternehmerischem Handeln sowie meine Passion, komplexe gesellschaftliche Systeme zu analysieren, schienen sämtlich im Programm von “PPE”-Studiengängen abgedeckt zu sein. Nun stand nur noch die Wahl der Uni an.

150908-Alexander_Hutterer-0012.jpg

Für mich stand von Anfang an fest: Sollte ich drei Jahre an einer Universität verbringen, sind mir nicht nur die akademische Reputation, sondern auch das studentische Klima und die Lebensbedingungen vor Ort von oberster Priorität. Deshalb reiste ich für eine Woche nach England, um jeweils mindestens einen Tag am Campus der Unis zu verbringen, bei denen ich mich beworben hatte, um mit Studenten dort zu sprechen. Ich wollte wissen: Wie fühlt sich das Studium dort an? Was machen Studenten den ganzen Tag? Bleibt auch Zeit für “extra-curriculars”? Wie sieht der Campus aus und könnte ich mich dort wohl fühlen? Nach wenigen Tagen war meine Entscheidung gefallen: Am King’s College konnte ich mich nicht nur mit Studenten treffen, die selbst von der Institution begeistert waren, sondern vor allem auch Professoren und Mitarbeiter. Ich sah sofort, dass das junge und wachsende Team, das den PPE Studiengang zum ersten Mal mit meinem Jahrgang neu einführte, begeistert von der eigenen Arbeit war und hohe akademische Ansprüche stellen würde. Ich war angekommen.

Project Access - nicht jeder führt die richtigen Gespräche mit den richtigen Personen

Gleich im ersten Studienjahr erzählte mir Peter Wimmer, ein ehemaliger Schulkollege und Gründer von Project Access in Österreich, von dieser Initiative, die durch Mentoring jungen Österreichern bei der Bewerbung an internationalen Spitzenunis unter die Arme greifen will, um strukturelle Ungerechtigkeiten bei diesen Bewerbungen zu verringern. Ich musste sofort an meinen eigenen Werdegang denken. Hätte ich überhaupt daran gedacht, mich im Ausland zu bewerben, ohne das zufällige Gespräch mit meiner Klassenkameradin? Hätte ich die richtige Wahl der Uni getroffen, ohne die Gespräche mit Studenten vor Ort? Wahrscheinlich nicht. Um ehrlich zu sein, bis ich selbst mit Studenten am King’s College gesprochen habe, hatte ich einen eher negativen Eindruck von dieser Institution. Und Project Access bietet gerade denjenigen eine ganz einfache Möglichkeit, mit Studenten von Top-Unis ins Gespräch zu kommen, die das ansonsten nur mit größter Mühe könnten. Man muss sich nur dafür anmelden. Genial!

Studieren am King's College London

IMG_5368.jpg

Ich bin nun sehr zufrieden mit meiner Uni- und Studienwahl, habe mein Bachelorstudium kürzlich abgeschlossen und kann es kaum erwarten, mich für ein Graduate-level Studium im Fachbereich Philosophie zu bewerben. Am King’s College London wurde ich nicht nur akademisch herausgefordert und damit zu enormen Entwicklungsschritten in meinem Denken animiert, sondern konnte mich auch im Rahmen einer “Student Society” engagieren, und meine aktuellen Problemstellungen, sei es mit akademischen oder außeruniversitären Projekten, mit meinem “Personal Tutor” regelmäßig besprechen. Zudem eröffnete mir das Leben in London eine neue, internationale und multikulturelle, Welt, die mir als im Rückblick oft naiven Schüler vom Salzburgerland Möglichkeiten bot, auch an die Welt jenseits der pittoresken Alpenlandschaft im Flachgau zu denken.

Während des Studiums konnte ich testen, in welchem Fachgebiet ich die besten Leistungen erzielen konnte. Und mit Philosophie habe ich jene Disziplin gefunden, mit der ich mich auch gerne freizeitmäßig beschäftige. Ansonsten gehe ich in meiner freien Zeit ganz in der Arbeit an Project Access auf: die Arbeit an einem internationalen non-profit, das sich auch finanzieren und auf der Basis der Motivation von Freiwilligen aufrechterhalten muss, ist herausfordernd und gleichzeitig enorm anspornend. Ich lerne ständig von meinen wunderbaren Kollegen bei Project Access, kann meine Begeisterung für Organisation und Projektmanagement ausleben und dabei großartigen jungen Menschen neue Perspektiven eröffnen.

Fun Fact: Um meinen Drang zur Handwerklichkeit weiter ausleben zu können, habe ich das DIY-Wohnungs- und Hausgestalten für mich entdeckt. Kommenden Monat darf ich einer Wohnung einen neuen Boden verleihen - ich kann es kaum erwarten!

 
 
Hannah Fuchs